BVP informiert: Chance vertan – Bürgerantrag auf assistenzhundfreundliche Kommune wurde abgelehnt

Medieninformationen

06.03.2024 von

Während andere Städte den Weg bereits eingeschlagen haben, bleibt Pulheim leider hinter den Erwartungen, die viele Menschen mit Handicap an den gestrigen Abend hatten, zurück. Der im Haupt- und Finanzausschuss zu behandelnde Antrag einer Bürgerin, dass auch Pulheim den Weg geht und sich „assistenzhundfreundliche Kommune“ nennt, wurde mit den Stimmen von CDU, FDP und WfP abgelehnt. Auch der Bürgermeister argumentierte gegen diesen Antrag. Da es eine gesetzliche Regelung gäbe, würde der Zutritt ohnehin gewährt. Und was käme als nächstes, wenn man diesem Wunsch folgen würde? Ein Antrag auf familienfreundliche Stadt oder ein Antrag auf seniorenfreundliche Stadt? Das war die Begründung.   

Assistenzhunde sind mehr als nur treue Wegbegleiter, vielmehr unterstützen sie Menschen mit Beeinträchtigung in vielerlei Hinsicht. Sie sind geschult, um konkrete Aufgaben zu erfüllen. Vom Öffnen der Türen, über das Erkennen von epileptischen Anfällen bis hin zum Aufheben von Gegenständen. Die Helden auf vier Pfoten sind für ihre Besitzer schlicht und ergreifend unverzichtbar. Das zeigte auch die Anwesenheit von Marisa Sommer, die mit ihrem Blindenführhund „Rainer“ an der Sitzung teilnahm. 

„In unseren Augen hätte sich an diesem Abend keiner einen Zacken aus der Krone gebrochen, um diesem so wichtigen Antrag zuzustimmen. Alle reden von Inklusion, und dass Menschen mit Handicap gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Mit diesem kleinen Schritt hätte unsere Stadt dokumentieren können, dass Menschen mit Behinderung sich willkommen fühlen dürfen und nicht am Rand stehen“, so die Fraktionsvorsitzende Birgit Liste-Partsch. 

Andere Städte wir Brühl und Bergheim haben das Siegel „assistenzhundfreundliche Kommune“ bereits erhalten. Es ist bedauerlich, dass Pulheim diese Chance vertan hat. Doch wer weiß, vielleicht bewegt sich in Zukunft noch etwas! 

Wir meinen: Es ist an der Zeit, dass Pulheim die unsichtbaren Helden auf vier Pfoten nicht nur „duldet“, sondern willkommen heißt! Und gegen ein Siegel familienfreundliche Kommune oder seniorenfreundliche Stadt hätten wir vom BVP auch nichts einzuwenden. Gemeinschaft muss gelebt werden!